Prof. Dr. Max Lüscher

Prof. Dr. Max Lüscher

studierte Philosophie, Psychologie und Psychiatrie in Basel. Seine Klinische Farbdiagnostik fand rasch eine weltweite Verbreitung und ist bis jetzt in 25 Sprachen übersetzt. Er arbeitet als Psychotherapeut und ist Berater in der Spitzen- industrie. Einen Großteil seiner Tätigkeit widmet er der Ausbildung von Ärzten und Unternehmensführern.

Der Lüscher-Farbtest ist ein geniales Instrument zur Erfassung der vegetativen Befindlichkeit

Prof. Dr. Max Lüscher äußert sich hierzu folgendermaßen:

"Die Farb-Diagnostik

Eine neue Methode zur Objektivierung der subjektiven Beschwerden

Eine primär physiologisch ausgerichtete naturwissenschaftliche Medizin ignoriert meist die psychische Ursache. Sie taxiert die am häufigsten auftretenden Erkrankungen als „nur subjektive Beschwerden“.

An Stelle der aufwendigen und schwierigen verbalen Befragung bietet die Farb-Diagnostik einen raschen und differenzierten Einblick in den psycho-vegetativen Zustand. Dabei wird über die Bevorzugung und Ablehnung von standardisierten Testfarben der emotionale Zustand des Patienten gemessen.

Auf diese Weise deckt die Farb-Diagnostik die emotionale Ursache für psycho-vegetative Störungen auf und ermöglicht dadurch eine gezielte Therapie-Strategie.

Bei vielen Menschen ist die eigene Einstellung vor allem zu sich selbst und daher auch zu den bestehenden Bedingungen falsch, irreal und ungesund. Infolge dessen leidet die überwiegende Zahl der Patienten nicht unter einer „objektiven“, physiologisch messbaren, organischen Krankheit, sondern unter „subjektiv“ verursachten, psycho-somatischen Beschwerden. Dazu gehören Schlafstörungen, Schmerzsymptome unterschiedlicher und variierender Lokalität sowie depressive Verstimmungen. Psycho-vegetativ verursachte Beschwerden können sich als Rheuma-, Magen-, Darm-, Kopf-, Rücken- oder Herz-Schmerzen äussern, aber auch als Zahnschmerzen, Sehstörungen und Hautreaktionen (siehe V. Schulz: „GanzheitsMedizin Jg. 12, Heft 7/8, 360-365, sowie Literaturangaben).

Zwar weiss oder wenigstens ahnt der Arzt, dass die Mehrzahl der Patienten unter subjektiv verursachten, psycho-somatischen Beschwerden leidet, doch hat ihm bisher eine Methode gefehlt, diese subjektive Ursache zu objektivieren.

Das hat dazu geführt, dass man zwar eine hochentwickelte, physiologisch ausgerichtete Medizin praktiziert, dabei aber ausgerechnet das ignoriert, was die häufigste Ursache der sogenannt „funktionellen Erkrankungen“ ist. Es ist offensichtlich, dass die emotionale Grundhaltung, der Gemütszustand des Patienten die körperliche Disposition beeinflusst. Sie manifestiert sich zuweilen unmittelbar, meist aber erst nach einer Latenzzeit und dann als chronische Beschwerden, die oft keinen oder keinen eindeutigen organischen Befund erkennen lassen.

Wie aber kann der Arzt die Ursache der psycho-vegetativen Beschwerden, die Genese funktioneller Erkrankungen erkennen?

Durch eine ausführliche Befragung, durch eine zeitlich aufwendige, psychologische Anamnese, die zudem nicht angemessen bezahlt wird?

Drei Hindernisse erschweren es, die subjektive Ursache der funktionellen Erkrankung, die Genese der psycho-somatischen Beschwerden zu diagnostizieren:

1.      Worte und eine verbale Verständigung sind zwar geeignet, Anweisungen zu geben („Bitte ziehen Sie sich aus“) und konkrete Gegenstände zu benennen („Das sind Tabletten“). Worte sind jedoch grundsätzlich ungeeignet, um emotionale Zustände oder psychisch-vegetative Empfindungen zu bezeichnen. Alle verbalen Aussagen z. B. über emotionale Empfindungen oder über die Art eines Schmerzes sind nur vage Hinweise. Es ist z. B. unmöglich, die vielartigen Gefühle und Emotionen, die ein Musikstück auslöst, in Worten auszudrücken. Die hochdifferenzierte Emotionalität kann mit Worten grundsätzlich nicht beschrieben werden. Es ist ebenso üblich wie naiv, diese Tatsache zu ignorieren. Um so mehr sollte man sich bewusst werden, dass es unmöglich ist, die psychisch-vegetative Ursache innerhalb der vieldimensionalen Emotionalität verbal, sei es im Gespräch oder mit Fragebogen zu erfassen.

2.      Eine zweite Schwierigkeit besteht in den Missverständnissen, die beim Gebrauch emotionaler Begriffe auftreten.

Aussagen wie:

„Hat eine Depression“ oder „Hat Angst“, sind diagnostisch unspezifisch. Darum sind sie nicht nur ungeeignet, sondern führen häufig zu falschen Verordnungen, denn die Angst vor Einsamkeit ist eine radikal andere Emotion als die Angst vor Misserfolg oder die Angst vor bedrohlicher Gefahr. Jede Art von Angst und jede Art von Depression erfordert eine radikal andere Verordnung.

3.      Bisher gab es nur den Weg einer umfassenden, intuitiven Menschenkenntnis, um diese Hindernisse zu überspringen. Doch selbst die Intuition unterliegt einer weiteren Schwierigkeit. Der Patient nimmt gegenüber dem Arzt eine andere Haltung ein als gegenüber jenen Menschen und Situationen, die für ihn ein andauerndes Ärgernis, eine ständige Demütigung oder eine aussichtslose Enttäuschung bedeuten und die psycho-somatische Belastung erzeugen. Weil solche Verhältnisse unerträglich sind, neigen Patienten dazu, sich damit abzufinden, sie für „normal“ zu halten und sie gegenüber sich selbst und deshalb auch gegenüber dem Arzt zu banalisieren. Es ist schwierig zu erkennen, welche Ursache in welchem  Bereich (zum Beispiel: Ehepartner, Mitarbeiter, Firma, Finanzen, Erotik usw.), die funktionellen Beschwerden auslöst. Darum bleibt auch die Intuition des begabten Arztes stets eine Vermutung, die er gerne objektiv bestätigt haben möchte.

Wie kann die emotionale Ursache der Beschwerden objektiv diagnostiziert werden?

Diese drei Schwierigkeiten fallen bei der Farb-Diagnostik weg.

Die Farb-Wahrnehmung überspringt die verbale und auch die rationale Ebene:

Die Farb-Diagnostik misst die emotionalen Empfindungen unmittelbar mit Farb-Empfindungen.

Was wir als Farben wahrnehmen, sind Schwingungsfrequenzen. Frequenzen werden z. B. als Helligkeit, als Wärme, als Gewicht oder als Farbe objektiv wahrgenommen: Blau als blau und Rot als rot. Weil Farben objektiv wahrgenommen werden, können sie als universales, objektives Messinstrument der emotionalen Empfindungen und damit des psycho-vegetativen Zustandes verwendet werden.

Mit den speziellen Testfarben der Lüscher-Diagnostik wird der psychisch vegetative Zustand eines Menschen in 23 verschiedenen emotionalen Bereichen objektiv gemessen und zusätzlich aus 5015 Definitionen ausführlich beschrieben.

Die Farb-Diagnostik übersteigt damit das Fassungsvermögen des bewussten Denkens. Sie erreicht eine Präzision und Treffsicherheit, die dem Patienten zu gute kommt und dem Therapeuten Zeit spart. Der Test samt Analyse benötigt kaum zehn Minuten und kann vom Hilfspersonal ausgeführt werden. Der in der Farb-Diagnostik ausgebildete Arzt überblickt das Resultat etwa gleich schnell wie ein EKG.

Dazu zwei Beispiele:

Orangerot repräsentiert Stimulation, Erregung, vitale Aktivität.

Lehnt der Patient Orangerot als unsympathische Farbe ab, dann ist ihm Stimulation, Erregung, vitale Aktivität zuwider. Er ist überreizt, überfordert, ermüdet und lustlos. Psycho-vegetative Symptome wie z. B. Herzschmerzen oder Impotenz werden dadurch verständlich.

Dunkelblau repräsentiert Sedation, Ruhe, Entspannung, Regeneration.

Lehnt der Patient Dunkelblau als unsympathische Farbe ab, dann ist ihm Sedation, Ruhe, Entspannung lästig. Er ist ruhelos, ständig betriebsam, unfähig, sich zu entspannen und sich zu erholen. Psycho-vegetativen Symptome, wie z. B. hoher Blutdruck, Schlafstörungen, Magenbeschwerden werden dadurch verständlich.

Die Methode der Lüscher-Farb-Diagnostik ist eine nonverbale, objektive, klinische Messmethode der „subjektiven Beschwerden“.

Sie entspricht der Zusammenfassung einer langwierigen psycho-sozialen Anamnese und Analyse. Sie macht den subjektiven Zustand sichtbar und verstehbar. Sie deckt auf, in welchem Bereich welche Ursache psycho-somatische Belastung ist oder ein konflikthaftes Verhalten auslöst. Die Diagnostik der psycho-vegetativen Struktur ermöglicht eine gezielte Therapie-Strategie."